Ein inspirierender Abend mit Tyler Brûlé in Bozen

Das SMG Forum 2015 hatte ein Thema: „Entwicklung“. Klingt zunächst eher technisch, hatte es aber in sich. Denn kein Geringerer als Tyler Brûlé – seines Zeichens Entrepreneur, Journalist, Designer und Magazin-Macher, um nur einige der Zuschreibungen zu nennen – war als Keynote-Speaker engagiert.

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Zugleich setzte dieser Abend im Bozener Waltherhaus eine erfolgreiche Kooperation zwischen Tyler Brûlés Monocle-Magazin und der Agentur Südtirol Marketing (SMG) aus dem vergangenen Jahr fort. Erklärtes Ziel ist es schließlich, den Anteil englischsprachiger Gäste in Südtirol in den kommenden drei Jahren von derzeit 11 auf 15% zu steigern.

Mit Brûlés sehr urbanen, sehr kosmopolitischen und wohltuend internationalen Blick auf Südtirol könnte das durchaus gelingen. Ideen und kreative Ansätze hatte der Medienmacher jedenfalls in hinreichender Zahl dabei und verblüffte sicherlich den ein oder anderen Anwesenden mit seiner lockeren „hands on“-Menatalität: „Air Südtirol“ – eine eigene regionale Airline nach dem Vorbild der kanadischen „Porter“ – sei notwendig, um Wochenendtrips von London oder Stockholm nach Bozen zu ermöglichen.

Und natürlich bedarf es einer ausgefeilten Strategie, um die Städte auch sonntags zu beleben, Unternehmertum zu ermöglichen und letztlich das Wahre, das Echte dieser Gegend noch stärker hervorzukehren: „People want the real deal, they want authenticity!“, so sein deutliches Credo. Sicherlich ein Grund, warum sich Tyler Brûlés Redaktion im vergangenen Jahr zum Beispiel für einen spontanen Stopp im Hotel Elephant in Brixen entschieden hat, angesichts seiner 500-jährigen Hotelgeschichte einer der ältesten und traditionsreichsten Gastbetriebe der Alpen.

Signeboard of  Hotel Elephant in Bressanone

Mit seinem unbeschwerten Machertum hinterließ Brûlé sicherlich bleibenden Eindruck bei den vielen Vertreterinnen und Vertretern aus Marketing, Handel, Hotellerie und Landesverwaltung.

Und er hob sich erfreulich von den SMG-Führungskräften ab, die wieder und wieder betonen, Südtirol zum „begehrtesten Lebensraum“ in Europa machen zu wollen (was eher nach einem sperrigen Begriff der Sozialforschung, denn des erfolgreichen Destinationsmarketings klingt), wohlwissend, dass es am Beginn eines großen und anspruchsvollen Projekts oftmals viele konkrete, kleine Schritte und weit weniger schreiende, abstrakte Superlative bedarf, denn diese können am Ende noch oft genug (idealerweise von zufriedenen Südtirol-Gästen!) ausgesprochen werden.

Zu guter Letzt: Tyler Brûle ist nicht nur ein ausgezeichneter Keynote-Speaker, der mit viel persönlichem Einsatz über Südtirol zu berichten wusste, er kann auch small talk und stand den Anwesenden – so auch mir – lange nach seinem offiziellem Auftritt für intensive Gespräche und Diskussionen zur Verfügung.

Da er inzwischen ja Teilzeit-Meraner ist, bleibt zu hoffen, dass sich solch inspirierende Sommerabende zukünftig noch häufiger wiederholen.

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