IMEX 2015 Frankfurt – worldwide exhibition for incentive travel, meetings and events

Und wieder Frankfurt: Nach dem kürzlich vom Hessischen Rundfunk organisierten „Tag des Online-Journalismus“ ging es im Mai erneut nach Frankfurt. Ziel diesmal: Die IMEX15, eine der internationalen Messen für die Meeting-, Event- und Kongressorganisation.

 

Überzeugen konnte die Messe bereits allein anhand der Teilnehmerzahlen: 4.000 sogenannte „hosted buyers“, 4.700 Besucher, 3.500 ausstellende Unternehmen der MICE-Industrie, geschätzte 65.000 Business-Kontakte – zwischen Teilnehmenden aus etwa 150 Ländern (ein IMEX-Factsheet fasst all das noch einmal übersichtlich zusammen).

Beeindruckend war vor allem die Präsentation der verschiedenen Kongressdestinationen – von Rhuanda über Chemnitz bis Uppsala… Unverständlich, dass sich Südtirol oder vor allem so manche Südtiroler Stadt diese Messe schlicht entgehen ließ, während insgesamt 246 italienische Destinationen und Kongress-Unternehmen den Weg an den Main gefunden hatten (u.a Friuli-Venezia-Giulia, Alternative Sicily, Convention Bureau Riviera di Rimini oder Eventing Milan).

Eine Erwähnung verdient haben auch die unzähligen Veranstaltungen und Seminare im Umfeld der Messe, die der persönlichen wie geschäftlichen Weiterbildung sehr zuträglich waren.

Bleibt also zu hoffen, dass sich in den kommenden Jahren mehr Südtirolerinnen und Südtiroler nach Frankfurt aufmachen und dem Thema Kongresse & Events zusätzliche Beachtung schenken, gerade seitens der Tourismusorganisationen vor Ort. Denn in Sachen Südtirol sollte nach wie vor das schöne geflügelte Wort gelten: „More than apples and cows!“

Barcamp Südtirol 2015: Schwerpunkte und Trends

Der Wissensaustausch sollte im Mittelpunkt des diesjährigen Barcamps Südtirol stehen – und das ist ohne Frage gelungen! „Internet und neue Medien im Tourismus“ lautete das Thema am 8. und 9. Mai 2015 im Kurhaus Meran.

IMG_20150508_093229807

 

Die einzelnen Sessions waren dann so vielfältig wie interessant – teilweise sehr techniklastik (Trends in der Webentwicklung mit Einblicken aus erster Hand von David Spiess), andere sehr nützlich für die praktische kommunikative Arbeit in Hotellerie und Tourismus(-marketing). Zwei Highlights schlaglichtartig benannt:

  • Patrick Puecher hatte sich die Mühe gemacht, mehr als 2.000 Südtiroler Hotel- und Destinationswebsites dahingehend zu prüfen, ob und wie sie „mobile friendly“ sind – immerhin ein entscheidendes Kriterium, wenn es ums Google-Ranking geht. Das Ergebnis war mehr als ernüchternd: Mehr als zwei Drittel dieser Seiten sind nicht mobilfreundlich! Eine genaue Übersicht hat Patrick auf seiner Homepage veröffentlicht (Mobile Analyse: „Für Mobilgeräte geeignet?“). Kurzum: Es gibt noch viel zu tun!

IMG_20150508_154911

  • Florian Castlunger (SMG Social Media Management, Bild oben) gestaltete eine Session zu Instagram und seinem touristischen Nutzwert. Der ist in der Tat sehr groß, aber in zwei- und mehrsprachigen Gegenden wie Südtirol kann es sprachlich einige Fallstricke geben – in welcher Sprache wird also auf diesen Plattformen gearbeitet, braucht es mehrere Accounts, differenziert nach Sprachen oder lässt sich der Content in einem Account mit wechselndem Wording und Sprachen abbilden? Letztlich entscheiden das die User, Vorfestlegungen funktionieren nur selten.

Abschließend ein großes Dankeschön an die Organisatoren von TIS innovation park (TIS), der Südtirol Marketing (SMG), dem Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) und der Kurverwaltung Meran für eine perfekte Vorbereitung und eine kurzweilige Zeit in der Kurstadt!

 

Save the date: European Communication Summit 2015

Organisiert von der European Association of Communication Directors wird der diesjährige European Communication Summit am 25. und 26. Juni 2015 in Brüssel stattfinden.

Keynote-Speaker ist in diesem Jahr Frederik Pferdt, Head of Innovations and Creativity Programs bei Google, im Anschluss erwartet die Teilnehmer Vorträge aus insgesamt acht verschiedenen Felder von Kommunikation und PR (Storytelling, Communication Strategy, Brand Management etc.). Das vollständige ECS-Tagungsprogramm steht online zum Abruf bereit.

Sicherlich interessant dürfte ein eigenes Panel zum Thema „Influencer relations“ sein, das mit nur einer Stunde zeitlich zwar knapp bemessen ist, aber namhafte social media influencer aufbietet. Wörtlich heisst es dazu auf der ECS-Seite:

Nothing convinces more than the considered opinion of a valued thought-leader. Which is why the key to communications in 2015 is to connect with relevant and influential voices, engaging them with convincing content, values and strategy – and then let them do the talking. The better your content, the more influencers will want to share it with their network, and the closer aligned content is with strategy, the better the results will be for the bottom line.

Die Registrierung zur Teilnahme am European Communication Summit ist online auf der Tagungs-Webseite möglich.

Frankfurter Tag des Online-Journalismus 2015: „Facts tell, stories sell“

IMG_20150415_081353857

Frankfurt am Main hieß das Ziel in Sachen Online-Journalismus vor wenigen Tagen: Bereits zum elften Mal luden der Hessische Rundfunk (HR) zusammen mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und ihrem Medienbeauftragten sowie evangelisch.de und EPD Medien zu einem eintägigen Kongress, um aktuelle Trends und Themen des Online-Journalismus zu diskutieren – in diesem Jahr vornehmlich im Spannungsfeld zwischen „Häppchen-Journalismus“ und großem „Storytelling“, wobei selbstredend immer wieder die Frage nach der Monetarisierung digitaler Inhalte gestellt wurde.

Im Folgenden einige persönliche Eindrücke und Schlussfolgerungen, natürlich auch aus dem touristischen Blickwinkel. Und gleich vorweg: Die Rednerliste hat überzeugt! Von den echten Onlinern wie Milou Klein Lankhorst (De Correspondent aus den Niederlanden) bis zu Friedrich Küpperbusch hatte der HR eine mehr als eindrucksvolle Expertenrunde zusammengestellt.

IMG_20150414_102535968_HDR

Allen voran: Richard Gutjahr, der in seiner Keynote „Make it snackable“ schnell auf den Punkt kam: „Das Zeitalter der großen Geschichten ist vorbei“, online ist ein gänzlich anderer Ansatz nötig: Klein und handlich soll das Format sein – und es darf vor allem nicht aus Mittelmaß bestehen: „Sei der Erste oder der Beste“. Anschaulich illustrierte er das mit den aktuellen Entwicklungen bei der Washington Post, die massiv in Technik und Programmierer investiert und dafür gegenwärtig mit +63% bei den page impressions belohnt wird. Ob sein radikal anmutender Ansatz „Make it snackable“ wirklich Bestand hat (schließlich boomen die langen Storytelling-Strecken, siehe unten), wird sich zeigen. Überzeugend war sein kompromisslos auf Qualität (Auffindbarkeit, Relevanz, Konfektionierung des journalistischen Materials) zielender Ansatz aber allemal. Auf Richard Gutjahrs Internetseite ist seine Keynote jedenfalls noch einmal im Volltext abrufbar.

IMG_20150414_112845695

Ebenfalls ein Highlight waren die Informationen von Milou Klein Lankhorst, Herausgeberin des niederländischen Online-Formats „De Correspondent“. Sie machte deutlich: Auch online lassen sich Projekte stemmen (Stichwort: Crowdfunding) und vor allem finanzieren. Dafür legte sie beeindruckende Zahlen vor: Ca. 33.000 zahlende Mitglieder ermöglichen De Correspondent heute, 24 Vollzeit-Journalisten arbeiten für diese Plattform. Aber: Die Leser und Abonnenten machen mit, sie sind weit mehr als nur Konsumenten, sie teilen, liken, sharen und werden in Beiträge aktiv einbezogen. Oder in Lankhorsts Worten: „33.000 members know more than 30 journalists. We do only exist by our members.“

IMG_20150414_144258730_HDR

Außerdem gab es aus erster Hand Informationen über das Online-Storytelling-Tool Pageflow. Die Macher Stephan Domke und David Ohrndorf boten einen kompakten Überblick und es blieb sogar Zeit, das System selbst zu testen – all das übrigens eine open source Initiative einiger öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten. Bereits erstellte Pageflow-Reportagen (responsive, also lauffähig vom Smartphone über Tablet bis zum PC!) auf der Basis dieses Systems sind jedenfalls ansprechend. Barbara Hans von Spiegel Online merkte aus ihrer praktischen Arbeit zurecht an: „Eigentlich ist der Aufwand immer zu groß. Storytelling braucht Idealismus.“ Nur der Vollständigkeit halber sei angemerkt: Der Bayerische Rundfunk hat ein eigenes Storytelling-Produkt entwickeln lassen. Linius funktioniert als Plugin für WordPress, nähere Informationen hierzu finden sich auf der Entwickler-Webseite.

Schlussendlich bleibt also die Erkenntnis, dass zwischen „snackable“ à la Gutjahr und den üppigen multimedialen Story- und Scrollytelling-Formaten viel Raum für guten, also hochwertigen und ansehnlichen, Online-Journalismus bleibt. Und der darf gerne umfangreicher sein als nur kleine social-media-Häppchen (Stephan Lamby von dbate auf die Frage, welche Geschichte auf seiner Plattform am erfolgreichsten war: „Ein sechsstündiges Interview mit Helmut Kohl, ungeschnitten.“).

Essentiell für die Onlinearbeit in der Tourismuskommunikation ist ohne Frage das qualitätsgeleitete Arbeiten und natürlich auch Plattformen wie Pageflow, die das Storytelling zum Beispiel in Südtirol „für den Hausgebrauch“ einzelnen Hotels oder Tourismusverbänden ermöglichen könnten. Kurzum: Work in progress oder eben Experimentierfreude bleiben gefragt angesichts vieler noch nicht ausgetretener Pfade im Internetjournalismus, aber bitte mit Leidenschaft und einem steten Blick auf den „Like“-Button.

 

Update: Auf einer Seite hat der Hessische Rundfunk die Kongresseindrücke noch einmal zusammengefasst und verweist dort auch auf meinen Tagungsbericht. Sie finden die ftoj15-Eindrücke online auf der HR-Homepage!