Das war das Jahr 2017: Mein Jahresrückblick

Aus is und gar is, und schad is, dass’s wahr is.“  (frei nach Franz Münchinger)

Das war also das Jahr 2017. Es liegt in den letzten und allerletzten Zügen. Grund genug, einen persönlichen Jahresrückblick  zusammenzustellen.

  • Januar 2017: Paul Flora im Ferdinandeum Innsbruck

Vorsicht, Kunst! Zum Jahresbeginn zeigte das Innsbrucker Museum eine unglaublich große und vor allem dichte Sammlung von Werken – Zeichnungen, Skizzen, Gedankensplitter und nicht zuletzt seine ZEIT-Beiträge – des Südtirolers Paul Flora in bester Atelieratmosphäre. Bescheiden war Flora ganz offensichtlich: „Wenn Arbeit adelt, bleibe ich lieber bürgerlich“…

  • Von Evangelischen und Katholischen (und das im Jahr des Reformationsjubiläums!)

Lange und (zumindest in Bayern) kalte Winter zogen mich auch 2017 im späten Januar in so manches Café, zum Auftauen, Lesen und – natürlich – Leute beobachten. Am Nachbartisch hatte es sich eines Nachmittags ein bekannter bayerischer Theaterintendant mit einem Journalisten gemütlich gemacht. Seitdem weiss ich, Evangelische und Katholische lachen unterschiedlich: „Wissen’s, im Endeffekt kann ich evangelische und katholische Lacher im Publikum unterscheiden. Die einen lachen mit dem Kopf – und die anderen mit dem Bauch.

  • Die FAZ versucht sich an einem coffee table Magazin

Es war Februar 2017, als ich mir das relativ neu erschienene FAZ Quarterly näher angesehen habe. Um es kurz zu machen: Mehr als ein Heft fand nicht den Weg auf meinen Schreib- oder Wohnzimmertisch. Schade, das Heft hat keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. V.a. die englischsprachige Konkurrenz macht vieles besser und wirkt aktueller, näher am Zeitgeist.

  • Fastenzeit: Von Anfang März bis Mitte April ohne privater social media

… Ergebnis: Herrlich :-)! Seit dem sind die social media-Pausen häufiger und länger geworden und die Nutzung hat einen neuen Zuschnitt bekommen. Zur Nachahmung empfohlen!

  • Frühling in Frankfurt. Oder: Der „Tag des Onlinejournalismus“ beim Hessischen Rundfunk

Im März stand endlich und nach einem Jahr Pause wieder einmal der Hessische Rundfunk mit seinem Tag des Onlinejournalismus auf dem Programm. Eine Tagung, die ich bereits 2015 sehr bereichernd empfunden hatte. 2017 widmete sie sich der Glaubwürdigkeitskrise im Journalismus.

Ein großes Highlight war sicher der Workshop mit Michael Würz vom Zollern-Alb-Kurier mit seinen anschaulichen, engagierten Schilderungen aus dem Redaktionsalltag einer Lokalzeitung. Danke, Michael für diese Einblicke und die von Dir geleistete Arbeit!

  • Ein Blick / Einblicke ins Dokk1: Sommer in Dänemark

Aarhus, 2017 europäische Kulturhauptstadt, hat mit dem Dokk1, einem kombiniertem Bürgerzentrum, Bibliothek, Lernort und Architekturhighlight am Hafen, vieles sehr richtig gemacht. Bei meinem Besuch war förmlich zu spüren, wie durchdacht dieses Gebäude auf seine Nutzerinnen und Nutzer entwickelt wurde. Auch hier gilt: Zur Nachahmung andernorts sehr empfohlen.

  • Peter Sloterdijk in Toblach: Ein hochsommerliches Gipfeltreffen?

Ja, der Münchner Theologie Friedrich Wilhelm Graf hatte nicht ganz unrecht, als er vor einigen Monaten feststellte, Sloterdijk drohe manchesmal „im Wust seiner unterhaltsamen Assoziationen oft den roten Faden zu verlieren“ (FAZ, 26.07.2017). Dennoch: Es war ein kurzweiliger Nachmittag im Spiegelsaal des Grandhotel Toblach, ein philosophischer Streifzug von großer Breite.

  • Einmal Oberpfalz – und zurück? Auf „Heimatbesuch“ im Herbst.

Ja, die Oberpfalz hat sich erheblich verändert. Im September habe ich mir nach langem einmal wieder bewusst einige Tage Zeit genommen, die Veränderungen wahrzunehmen. Ein wirkliches interessantes Experiment! Was geblieben ist: Die Oberpfalz ist ein wunderbar unaufgeregter Landstrich. Hoffen wir, dass das noch lange so bleibt.

  • Fakten gefällig? Der Reuters Digital News Report

Es ist so eine Sache mit der Performance von Social Media: „Gehyped“ ist schnell etwas, vornehmlich von denjenigen, die davon wirtschaftlich gut leben. Umso wichtiger sind fundierte, europaweit belastbare Zahlen zur Nutzung von Social-Media-Kanälen und deren Vertrauenswürdigkeit. Der Reuters Digital News Report liefert eine Menge interessanter Zusammenhänge. Leseempfehlung!

  • Mehr Kongress- und Tagungstourismus in Südtirol: Die IMEX 2017

Die Kongressmesse IMEX bringt einmal jährlich die MICE-Branche nach Frankfurt. Und die kam zur 15. Ausgabe besonders zahlreich: Neben einer Reihe interessanter digitaler Meeting-Innovationen gab es ein ansprechendes Seminarprogramm, das in diesem Jahr unter dem Leitthema „Purposeful Meetings“ stand. Begleitend dazu gab es einen ausführlichen Beitrag in der Südtiroler Wirtschaftszeitung.

Jetzt ist Südtirol an der Reihe, schnell zu anderen Destinationen und Kongressmärkten aufzuschließen. Entscheidend wird in Zukunft ein eigenes, unverwechselbares Südtiroler Meeting- und Kongressprodukt sein. Umso erfreulicher, dass erste Unternehmer bereits an einer erfolgversprechenden Strategie arbeiten. 2018 wird aus diesem Blickwinkel ein äußerst spannendes Jahr!

In diesem Sinn: Danke für die Zusammenarbeit 2017. Auf ein gutes 2018!